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November – Vergehen und Entstehen

Pater Antony Padamattummal

Der Monat November wird oft als grau, düster, trüb und nebelig charakterisiert und darum ist bei vielen Menschen die Stimmung in dieser Zeit oft bedrückt oder traurig. Viele tun sich schwer mit diesem Monat, irgendwie ist die Wärme des Sommers und der Glanz des Herbstes bereits weit weg. An manchen Tagen wird es nicht mal richtig hell. Für viele Menschen ist der trübe November im wahrsten Sinne des Wortes ein Grauen. Die letzten Blätter fallen geräuschvoll auf den bereits mit Blättern belegten Boden. Die Natur, die sich auf den langen Winterschlaf vorbereitet, erinnert uns an unsere eigene Vergänglichkeit.

Und gerade die Feste, die wir im November feiern -Allerheiligen und Allerseelen verbinden uns in besonderer Weise mit jenen Menschen, die uns vorausgegangen sind, die vor uns gelebt haben und deren irdisches Leben bei Gott vollendet ist. Diese Feiertage erinnern uns an Tod und Vergänglichkeit.

Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruh, mit mancherlei Beschwerden, der ewigen Heimat zu….

Wenn Wir -aus welchem Grunde auch immer- fern der Heimat sind, dann werden wir alles daransetzen, bald wieder heimatlichen Boden unter die Füße zu bekommen.

Dass wir Menschen in die Fremde verschlagen werden, kann die unterschiedlichsten Gründe haben: die Suche nach einem Arbeitsplatz, Krieg, Abenteuerlust, manche sind einfach nur auf Urlaub in ein anderes Land gereist. Die Menschen, die ihre Heimat verlassen haben, egal aus welchen Gründen, sehnen sich nach ihrem Zuhause und unternehmen oft alles Mögliche, um dorthin zurückzugelangen. Heimat, so heißt es, ist dort, wo jemand auf mich wartet. Heimat ist dort, wo jemand ist, an dem unser Herz hängt.

Nicht zu Unrecht sagen wir also, dass wir Christen hier auf Erden auf Wanderschaft sind. Uns ist der Himmel als ewige Heimat verheißen. Und wem eine solche Heimat versprochen ist, der kann sich auf Erden nicht heimisch fühlen.

Als Christen glauben wir an einen Schöpfer, der uns das Leben aus Liebe geschenkt hat. Es ist aus einem Akt der Liebe hervorgegangen. Erst durch den Tod werden wir uns bewusst, wie kostbar das Geschenk des Lebens ist und wie wertvoll die Zeit ist, in der wir etwas aus unserem Leben machen können.

„Das Weizenkorn muss sterben, sonst bleibt es ja allein“ heißt es im Evangelium. Leben und Tod gehören zusammen: Jedes Leben hat ein Ende. Der Blick in die Natur, auf alles, was lebt, zeigt uns: Nichts währt ewig. Tatsache ist, altes Leben vergeht, neues Leben entsteht.

Das Weizenkorn ist gestorben. Aber alles, was es tief in sich getragen hat, kommt jetzt zur Blüte, zur Entfaltung. Unsere lieben Verstorbenen sind tot. Aber alles, was in ihrem Leben an Endgültigem gewesen ist, all das, was sie tief in sich getragen haben, was in ihrem Leben zutiefst grundlegend war, wird sich nun entfalten. Die Liebe, die sie verschenkt haben, die Fröhlichkeit, der Glaube, der sie getragen hat. Was ein Mensch an gutem in die Welt hinausgibt, geht nicht verloren.

Der Tod konfrontiert uns mit der Frage, womit wir die uns gegebene Zeit füllen; welchen Inhalt und welchen Sinn wir unserem Leben geben.

Der Allerseelentag ist eine Gelegenheit, den Verstorbenen noch einmal danke zu sagen und ihnen unsere Liebe und Verbundenheit zu zeigen.

Der November mit seinem vertrauten Grau gibt uns eine Chance, wieder einmal bei uns selbst anzukommen. Draußen gibt es jetzt nichts, dass wir verpassen könnten. Und der Allerseelentag erinnert uns, was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man nicht durch den Tod verlieren.

Ihr Pater Antony

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